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Ben Ellermann Veröffentlicht von am

Social Intranet und Collaboration 2.0. Teil I: Begriff, Nutzen & Mehrwert

Seit 1999 bietet Oliver Ueberholz Community-Software-Lösungen für Unternehmen an. Mit seiner Firma „mixxt“ liefert er die Technologie-Basis für das buw-Intranet, das sich zurzeit im Aufbau befindet. Auf dem CommunityCamp 2012 habe ich am vergangenen Wochenende die Gelegenheit genutzt und mit Oliver über verschiedene Facetten des Themas „Social Intranet“ geplaudert. Daraus entstanden sind drei Teile: Heute geht es um die Bezeichnungen „Community“ und „Social Intranet“, die Potentiale für Unternehmen und die Abgrenzung zu öffentlichen Sozialen Netzwerken.

Den Begriff „Community“ verbindet man mit öffentlichen sozialen Netzwerken wie Facebook und Co.. Ist es nicht schwierig, auch Unternehmens-Netzwerke so zu bezeichnen?
Ja, ist es! Wir versuchen im Unternehmensbereich stärker „Social Intranet“ zu prägen. Es gibt aber im angelsächsischen Raum auch den Begriff „Communities of Practice“. Das sind Experten-Gruppen innerhalb eines Unternehmens, die abteilungs- und standortübergreifende Projekte interdisziplinär bearbeiten und anschließend die Ergebnisse in einem Netzwerk für die Allgemeinheit zum Wissenstransfer festhalten. Das heißt, die Begrifflichkeit gibt es schon, aber wir versuchen eher „Social Intranet“ zu nutzen, da es für die meisten Menschen als Alltags-Wording bekannt ist.

Was ist im Vergleich zu den öffentlichen Netzwerken anders oder neu?

Die Grundkonstellation unterscheidet sich maßgeblich: Alle Nutzer eines Social Intranets sind auf der Pay-Role eines bestimmten Unternehmens. Ihre Anmeldung ist nicht wie bei öffentlichen Netzwerken freiwillig, sondern wird vom Unternehmen voraus gesetzt. Es gibt also keine Motivation für den einzelnen Nutzer, sich auch aktiv im Intranet zu beteiligen, nur weil er bereits angemeldet ist. Das ist eine Herausforderung für die Konzeption und die Steuerung des Intranets, die man nicht unterschätzen darf. Auch der rechtliche Rahmen ist anders. Besonders in Deutschland sind die Anforderungen für den Datenschutz in unternehmenseigenen Sozialen Intranets hoch.

Ganz konkret, welchen Mehrwert hat eine Unternehmens-Community für das Unternehmen selbst?

Am Ende läuft es natürlich darauf hinaus, die Produktivität zu erhöhen und Kosten zu senken. Wie das konkret erreicht wird, hängt von den Zielsetzungen der jeweiligen Unternehmen ab, die sich individuell berücksichtigen lassen. Es gibt aber zwei wichtige allgemeine Mehrwerte, die jedes Intranet mit sich bringt: Zum einen ist das die Umstellung von Push- auf Pull-Kommunikation. Die Ära der unendlichen CC-Email-Ketten endet mit der Einführung eines Social Intranets. Der Absender bestimmt nicht mehr, wen der Inhalt einer Email interessieren könnte und wen nicht. Stattdessen stellt er seine Inhalte einem gewissen Kreis potentieller Empfänger zur Verfügung, die selber entscheiden ob und wann sie diese abrufen. Zum anderen ist das die Vernetzung der Mitarbeiter. Während sich die Konsumenten überall auf der Welt über Soziale Netzwerke verbinden und miteinander austauschen, weiß ein Mitarbeiter innerhalb eines Unternehmens oft nicht, was sein eigener Kollege gerade macht. Ein Social Intranet überbrückt diese Schlucht und verbessert insbesondere das „Knowledge-Management“. Außerdem ist die Vernetzung für das Onboarding, also die Integration neuer Mitarbeiter ins Unternehmen, eine große Erleichterung.

Wir sitzen auf dem CommunityCamp, das wie fast alle Barcamps in Deutschland mit „mixxt“ organisiert wird. Ist es ein Vorteil, dass sich auf diese Weise eine technisch hoch affine Zielgruppe mit dem Produkt „mixxt“ auseinander setzt?
Auf jeden Fall! Für uns ist das aus Sales-Sicht eine Art Distributions-Kanal. Barcamper, die uns nutzen, kennen uns und benutzen keine White Label-Versionen, wo unser Branding nicht drauf ist. Wir bemerken dadurch eine Nachfrage aufgrund des Kennenlernens auf den barcamps. In der ersten Jahreshälfte 2013 werden wir ein SAAS (Software as a Service)-Social Intranet Produkt launchen. Dafür haben wir die Hoffnung, dass die User, die uns von der Plattform her kennen, das auch mal für ihre Unternehmen intern ausprobieren werden. Außerdem ist es unbezahlbar die Meinungsführer, die auf Barcamps gehen, zu kennen und zu wissen, wie sie ticken.

Nächste Woche geht es im zweiten Teil unserer Social-Intranet-Serie über den Tod der Email und die Rolle von Usability.

Foto: 
Tug-o-War at Kirkmichael Highland Games (Miss Steel) / CC BY-SA 2.0

 

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Ben Ellermann

Über Ben Ellermann:

Als Senior Consultant berate ich bei buw digital Unternehmen beim Aufbau und der Umsetzung digitaler Kommunikationsprojekte, vom Dialog 2.0, über Blog und ... [Mehr]

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